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Was ist besser Riester-Rente oder betriebliche Altersvorsorge?

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Versicherungen

Wer kennt sich mit Riester-Rente bzw. bAV aus?

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  1. JosefP. on Mrz 15, 2011

    Die Frage, ob das Modell der betrieblichen Altersvorsorge, bei dem der Arbeitgeber auf verschiedenen Wegen für den Arbeitnehmer in Vorsorgeleistungen einzahlt, oder die staatliche geförderte Riester-Rente, in die jeder Beschäftigte nach eigenem Ermessen einzahlen kann, das bessere Vorsorgemodell ist, ist mit einem eindeutigen Sowohl-als-auch zu beantworten. Um es auf einen kurzen Nenner zu bringen: Beides ist gleichzeitig möglich und sollte nach Möglichkeit sogar gleichzeitig genutzt werden.

    Koppelung der Modelle
    Im Rahmen der bAV kann die staatliche Riester-Förderung auch in Anspruch genommen werden. Die Kombination ist sogar zu empfehlen. Um flexibel zu sein, empfiehlt sich jedoch für die Riester-Förderung auch ein eigener separater Sparvertrag. Wenn man in diesem und gleichzeitig in der bAV die Höchstbeiträge nutzt, ist man optimal abgesichert. Die betriebliche Altersvorsorge ist auf verschiedenen Wegen möglich, als Direktversicherung, Pensionskasse- oder Fonds. Ihre Ansprüche bleiben auch bei Arbeitgeberwechsel erhalten. Ein Modell könnte so aussehen, dass der Arbeitgeber einem Vorsorgefonds beitritt, der die gesparten Beiträge einschließlich der Zulagen investiert und im Ruhestand die Riester-Rente zahlt. Ein anderes Modell wäre, dass der Arbeitnehmer die Möglichkeiten der klassischen bAV nutzt und parallel eine Riester-Rente finanziert. Welche der Varianten nach Steuern und Abgaben im direkten Vergleich bis zum Beginn der Rente mehr Rendite erwirtschaftet, ist selbst für den Einzelfall nicht leicht zu bestimmen, da im Laufe des Lebens die Situationen sich meistens sowohl berufliche und steuerlich als auch familiär ändern. Schon allein deshalb empfiehlt sich eine Koppelung der möglichen Varianten, wenn es finanziell zu bewältigen ist.

    Was lohnt sich für wen in der Tendenz mehr?
    Familien mit Kindern mit einem niedrigen bis durchschnittlichen Einkommen profitieren eindeutig von den Vorteilen der Riester-Rente durch die staatlichen Zulagen auch für Kinder. Selbst bei mittleren Einkommen werden besonders ab zwei Kindern mit der Riester-Rente die besseren Ergebnisse erzielt. Frauen mit Kindern, die auch berufliche Auszeiten einplanen, sind auf jeden Fall mit der Riester-Rente besser beraten. Gesetzlich Versicherte-Verheiratete schneiden ebenfalls mit der Riester-Rente in der Tendenz besser ab, da im Rentenalter für die betriebliche Rente Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge gezahlt werden, für die Riester-Rente hingegen nicht. Für allein verdienende Singles ohne Kinder, noch dazu mit einem hohen Einkommen, auch für Doppelverdiener ohne Kinder kann sich hingegen die bAV unter Umständen mehr lohnen, erst recht, wenn das Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Krankenversicherung liegt und die Personen schon privat krankenversichert sind. Junge Leute sollten jedoch darüber nachdenken, ob demnächst Kinder geplant sind, dann kann sich die Einschätzung ändern.

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