Was hilft gegen Depressionen?

Ich habe Depressionen und will keine Medikamente nehmen, damit ich nicht abhängig werde….kann mir jemand weiter helfen?

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  1. Die Symptome von Depressionen können unterschiedlicher Art und unterschiedlicher Ausprägung sein: Während sich leichte Depressionen beispielsweise zeigen können in Bekümmertheit, Lustlosigkeit oder auch Wehmut, können schwere Depressionen Gefühle von Verzweiflung, Verzagtheit oder sogar den Verlust des Lebenswillens mit sich bringen.
    Wird ein damit einher gehender Leidensdruck zu groß, stehen Betroffenen heute viele Möglichkeiten zur Verfügung, um ihrem Leiden entgegenzuwirken. So gibt es hilfreiche Tipps, die man im Alltag beherzigen kann und die im Laufe der Zeit zu einer Minderung von Symptomen verhelfen. Zur Unterstützung und bei hohem Leidensdruck gibt es verschiedenste Therapieangebote. Liegen sehr starke Beschwerden vor, kann es auch hilfreich sein, eine Therapie anfangs medikamentös zu unterstützen.

  2. Selbsthilfe:
    Ansätze, die im Alltag selbstständig einsetzbar sind, stammen teilweise aus der Therapierichtung der sogenannten Verhaltenstherapie; diese Therapie möchte dazu führen, durch eigenes Verhalten eine Verbesserung des Befindens zu erreichen. So kann ein Baustein darin liegen, sich gezielt positive Aktivitäten zu schaffen, die dem eigenen Interesse entsprechen (wie beispielsweise die Mitgliedschaft in einem Verein): Während positiver Aktivitäten werden zum einen sorgenvolle Gedanken und Gefühle abgeschwächt, die häufig mit Depressionen einhergehen. Außerdem werden auf diese Weise Erfolgserlebnisse ermöglicht, die den Glauben an sich selbst stärken können.
    Auch das Bewusstwerden über den Zusammenhang zwischen den eigenen Gedanken und Gefühlen ist ein wichtiger Aspekt: Aus negativen Gedanken wie ‚ich schaffe das nicht‘ oder ‚es wird nicht besser werden‘ ergeben sich schnell auch erneute negative Gefühle, die zu erneuten Gedanken führen – ein Teufelskreis entsteht. So kann es hilfreich sein, bestimmte negative Gedanken in dem Moment zu ’stoppen‘, wenn man sich ihrer bewusst wird; anfangs kann das ruhig erfolgen durch ein ‚Stopp‘, das man sich selbst sagt -laut oder in Gedanken; abhängig von der Situation. Ersetzen kann man einen solchen Gedanken beispielsweise durch eine persönlich schöne Vorstellung oder durch ein Zuwenden zu anfallenden Aufgaben; mit der Zeit und mit Übung werden depressive Gedanken seltener auftreten, denn auch die Verbindungen zwischen Gehirnzellen weisen gewissermaßen ‚Trampelpfade‘ auf, die sich ändern können: Das Stoppen von negativen Gedanken führt zu einem Rückgang des Trampelpfades, der in Wechselwirkung schließlich auch seltener ‚begangen‘ wird.

  3. Therapie:
    Im Zuge von Therapiestunden betreut ein Therapeut Betroffene auf ihrem Weg der Bekämpfung von Depressionen; so können gemeinsam Vorgehensweisen entwickelt werden, die auf die Individualität eines Falles eingehen können. Um sehr belastende Symptome begleitend zu bekämpfen, können Psychiater individuell zu einer medikamentösen Unterstützung raten.

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